Ihr Entwurf sieht am Bildschirm perfekt aus, doch im Druck ist der Rand weiss, das Logo verschwommen oder das Rot plötzlich stumpf? Fast immer liegt es nicht an der Druckmaschine, sondern an der Datei. Mit den folgenden Regeln können Sie Ihre Druckdaten richtig vorbereiten, damit Flyer, Visitenkarten, Plakate und Broschüren genau so herauskommen, wie Sie sie geplant haben.
Endformat und Beschnittzugabe richtig anlegen
Das Endformat ist die Grösse Ihres fertigen Produkts, zum Beispiel 8,5 x 5,5 cm bei einer klassischen Visitenkarte oder 14,8 x 21 cm bei einem Flyer in DIN A5. Gedruckt wird aber auf grössere Bogen, die anschliessend geschnitten werden. Weil beim Schneiden minimale Toleranzen entstehen, braucht Ihre Datei die Beschnittzugabe aus dem Datenblatt des Produkts (meist 1 bis 3 mm je Seite).
Konkret heisst das: Hintergründe, Farbflächen und Bilder, die bis an den Rand reichen sollen, ziehen Sie um die Beschnittzugabe über das Endformat hinaus. Eine Visitenkarte legen Sie also mit 9,1 x 6,1 cm an, einen A5-Flyer mit 15,4 x 21,6 cm. Umgekehrt gilt ein Sicherheitsabstand nach innen: Texte, Logos und QR-Codes halten einige Millimeter Abstand zum Schnittrand, damit nichts angeschnitten wird.
Bei gefalzten Produkten gilt dieselbe Regel für das offene Format. Achten Sie beim Wickelfalz darauf, dass die eingeschlagene Seite etwas schmaler ist als die übrigen, sonst staucht sich das Papier im Falz. Und bei Broschüren mit Rückendrahtheftung muss die Seitenzahl durch vier teilbar sein; die Seiten liefern Sie als Einzelseiten in Leserichtung, nicht als Doppelseiten.
Farbmodus CMYK statt RGB
Bildschirme mischen Farben aus Licht (RGB), Druckmaschinen aus vier Farben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Manche leuchtende Bildschirmfarbe, etwa ein knalliges Grün oder Orange, lässt sich im Vierfarbdruck nicht exakt wiedergeben. Legen Sie Ihr Dokument deshalb von Anfang an in CMYK an oder wandeln Sie Bilder vor dem Export um und prüfen Sie das Ergebnis. So erleben Sie beim Auspacken keine Überraschung.
Zwei Tipps aus der Praxis: Kleine schwarze Texte setzen Sie in reinem Schwarz, damit sie gestochen scharf bleiben. Und wenn Ihre Firmenfarbe exakt stimmen muss, bestellen Sie zuerst eine kleine Auflage. Viele Produkte sind in kleinen Mengen erhältlich, Plakate im Digital- und Offsetdruck sogar ab 1 Stück.
Auflösung: 300 dpi in Endgrösse
Fotos bestehen aus Pixeln. Damit sie im Druck scharf wirken, brauchen sie eine Auflösung von 300 dpi, gemessen in der Grösse, in der sie gedruckt werden. Ein Bild, das Sie im Layout auf das Doppelte vergrössern, verliert die Hälfte seiner Auflösung. Bilder aus dem Internet oder aus Chat-Nachrichten sind meist zu klein und wirken im Druck pixelig.
Logos und Schriftzüge gehören wenn möglich als Vektorgrafik in die Datei, zum Beispiel aus Illustrator oder als PDF Ihrer Grafikerin oder Ihres Grafikers. Vektoren bleiben in jeder Grösse scharf. Gerade bei grossen Formaten wie Plakaten bis 118,5 x 175 cm lohnt sich diese Sorgfalt, denn jeder Fehler wächst mit dem Format mit.
Schriften und PDF-Export
Verschobene Zeilen oder falsche Buchstaben gehen meist auf fehlende Schriften zurück. Betten Sie beim Export alle Schriften ins PDF ein oder wandeln Sie sie in Pfade um. Verzichten Sie bei kleinen Texten auf allzu feine Schriftschnitte und bleiben Sie als Faustregel nicht unter 6 Punkt, damit Adresse und Telefonnummer lesbar bleiben.
Das sicherste Format ist ein druckfertiges PDF, idealerweise im Standard PDF/X. Der Upload im Konfigurator nimmt ausserdem TIFF und JPEG an. Vor dem Export hilft diese kurze Checkliste:
- Dokument im Endformat plus Beschnittzugabe laut Datenblatt angelegt
- Texte und Logos mit Sicherheitsabstand zum Schnittrand
- Farbmodus CMYK, keine RGB-Bilder
- Bilder mit 300 dpi in Endgrösse, Logos möglichst als Vektor
- alle Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt
- eine Seite pro Druckseite: bei Vorder- und Rückseite zwei Seiten im selben PDF
Vor der Produktion wird jede Datei geprüft, insbesondere Farbmodus, Auflösung, Beschnitt und die Eignung für das gewählte Papier oder Material. Wird etwas beanstandet, erfahren Sie den Grund und können eine korrigierte Datei nachreichen.
Häufige Fragen zu Druckdaten
Was passiert, wenn meine Datei keinen Beschnitt hat?
Dann können beim Schneiden feine weisse Ränder entstehen, wo eigentlich Farbe sein sollte. Liegt Ihr Motiv ohnehin auf weissem Grund mit genügend Abstand zum Rand, ist das unkritisch. Sobald Farbe oder Bild bis an die Kante reichen, ist die Beschnittzugabe laut Datenblatt Pflicht.
Kann ich eine Datei aus Word oder einem Online-Grafikprogramm verwenden?
Ja, wenn Sie daraus ein PDF in Druckqualität exportieren. Achten Sie auf das richtige Format mit Beschnitt, auf Bilder in ausreichender Auflösung und auf eingebettete Schriften. Solche Programme arbeiten oft in RGB, die Farben können im Druck deshalb etwas ruhiger ausfallen.
Wie lege ich eine Visitenkarte mit Vorder- und Rückseite an?
Erstellen Sie ein PDF mit zwei Seiten, beide mit 9,1 x 6,1 cm inklusive Beschnitt: Seite 1 ist die Vorderseite, Seite 2 die Rückseite. Möchten Sie Karten für mehrere Mitarbeitende in einem Auftrag drucken, sind bei den Visitenkarten Klassiker 1 bis 10 Motive pro Auftrag möglich.
Ich habe keine druckfertige Datei. Was nun?
Unser hauseigenes Studio gestaltet Ihre Visitenkarte, Ihren Flyer oder Ihren Katalog auf Basis Ihrer Texte und Ihres Logos und liefert Ihnen eine druckfertige Datei. So sparen Sie sich die technische Vorbereitung ganz.
Bereit für den Druck
Ist Ihre Datei vorbereitet, laden Sie sie direkt beim Produkt hoch. Den Preis in CHF sehen Sie sofort im Konfigurator, die Lieferfrist vor der Bestellung, und wir liefern in die ganze Schweiz. Gerade vor den Herbstmessen und dem Jahresende lohnt es sich, die Datei früh fertig zu haben. Starten Sie mit Flyern und Faltblättern, Visitenkarten oder Plakaten.
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